|
||||||
1948 begann man im Kreis Soest mit der künstlichen Beamung von Rindern, um Infektionskrankheiten einzudämmen, die mit dem natürlichen Deckakt verbreitet wurden. Die Bullenhaltungsgenossenschaft richtete zunächst eine Besamungsstation in Ampen ein, von wo die künstliche Besamung schnell Verbreitung fand. 1952 wurde die Station nach Meckingsen auf den Hof Jaspert verlegt, der 1971 auch an die Besamungsgenossenschaft verkauft wurde. Hier gab es von Anfang an ein Labor und einen Kühlraum. Man begann mit vier Bullen und ca. 4000 Besamungen im Jahr. Die Station nannte sich "Besamungsstation Meckingsen der westfälischen Herdbuchgesellschaft". Hans Jaspert, auch Bürgermeister von Meckingsen, wurde 1956 Geschäftsführer der Herdbuchgesellschaft, 1963 Präsident des Verbandes der Deutschen Schwarzbuzntzüchter und 1970 Präsident der Europäische Vereinigung der Schwarzbuntzüchter. 1965 war Meckingsen die erste Station, die von Frischsperma auf Tiefgefriersperma umstellte. 1967 erfolgte die totale Umstellung auf das TG-N2-Verfahren (in Tiefgefrierbehältern mit flüssigem Stickstoff bei -196 Grad Celsius, (s. Bild unten rechts). 1968 beschäftigte die Station 9 Besamungstechniker. Die Zahl der jährlichen Besamungen stieg auf über 46000. In diesem Jahr wurde auch das 20jährige Jubiläum der Station mit einem großen Tierschaufest gefeiert. 1071 nannt sich der Verband nach einer Fusion mehrerer Besamungsstationen "Rinderbesamung Westfalen-Lippe e.G." 19890 gab es in Meckingsen eine internationale Bullen- und Nachzuchtsschau. Hierbei waren auch Züchter aus den USA und Kanada vertreten. Schon längst wurde Sperma mit diesen Ländern ausgetauscht. Ab 1984 bot die Rinderbesamung auch Embrio-Transfer mit importierten Embrionen an. 1986 wurde Meckingsen Standort der Embrio-Transfer-Einrichtung. Von der Möglichkeit des Klonens wurde allerdings kein Gebrauch gemacht. 1987 wurde ein Großraumstall für 70 Bullen mit einer Bewegungsanlage angebaut. Seit 1993 nennt sich die Organisation "Rinderunion West". Nach und nach wurden fast alle europäischen und osteuropäischen Länder, sowie einzelne Länder in Amerika, Afrika und Asien mit Meckingser Bullensamen beliefert, u.a. waren Russen, Kanadier und Japaner hier, um Lieferverträge auszuhandeln. 1995 wurde auch der letzte Kontinent Australien trotzt besonders schwieriger Einfuhr- und Hygienebestimmungen "erobert". 1998 fusionierte die Rinderunion West weiter und beschloss, in Meckingsen nur noch Ställe für ihre sogenannten Wartebullen zu unterhalten und die Samenproduktion zu verlagern. Im Jahr 2000 wurde zu diesem Zweck ein weiterer großer Bullenstall hinzugebaut. Seit dem stehen hier ca. 240 Bullen, die nur darauf warten, zur Zucht zugelassen zu werden oder mit 96%iger Wahrscheinlichkeit zum Schlachthof zu müssen. Nur wenn sie nach einem Testeinsatz etwa 50 - 100 Töchter mit besten Milch- und Fleischleistungen gezeugt haben, werden von ihnen größere Samenmengen tiefgefroren. Der Samen kann so unvorstellbar lange befruchtungsfähig gehalten und noch verwendet werden, wenn der Bulle den Weg zum Schlachthof schon lange hinter sich hat. Aktuelles von der Rinderunion West ist unter www.ruweg.de zu erfahren |
||||||
Ein Bulle "bei der Arbeit" und seine Produkte im Tiefgefrierbehälter
Und so wird Kühen das natürliche Vergnügen genommen!
|
||||||